Dienstag, 4. Mai 2021
Der Zweifel, ob die Geschwindigkeit, in der ich die Aufgaben löse, sinnvoll ist oder nicht, lässt sich nicht wegdiskutieren. Vielleicht werde ich so nichts dazulernen. Vielleicht bin ich auch einfach gut gewappnet, da das Schreiben an sich mir leicht fällt und ich andererseits auch bislang nicht an Stellen gelangt bin, die mir schwerfallen. Im Vergleich betrachtet. Denn ich merke schon, dass ich körperlich reagiere, dass mir hin und wieder schummerig wird, dass ich vergesse, zu schlucken, wenn ich nachdenke. Dennoch empfinde ich eine gewisse - Erleichterung ist das falsche Wort, ich denke nicht, dass es mich erleichtert, Dinge aufzuschreiben - Motivation, die Aufgaben wegzuarbeiten. Ich möchte sehen, wo bei mir der Kippunkt ist. Da ich mir die Aufgaben nicht angesehen habe, habe ich auch keine konkrete Vorstellung davon, was mich erwartet, das war aber eine schlaue Entscheidung, da ich nicht schon von vornherein entscheiden wollte, dass es sich nicht lohnt, weil ich weiß, dass ich Aufgabe X nicht machen werde. Ich entscheide unterwegs, was ich machen möchte. Ich habe mir selbst verordnet, keine Aufgabe auszulassen. Im Fall von Lektion 4 habe ich sicherlich ein wenig modifiziert, aber immerhin gibt es ein Ergebnis.

Es ist interessant, wie ich in mich reinhöre um zu sehen, ob ich schon was mitgenommen habe. Naiv, ist mir schon klar. So 1 zu 1 wird das nicht übersetzt. Vielleicht ist auch nur ein Ergebnis, dass ich das Bedürfnis habe, die Umstände zu ändern. Mich zu ändern. Etwas zu tun. Ich habe seit Ende der Therapie ausschließlich weggeschaltet, und das hat soweit gut funktioniert. Neu ist, dass der zeitliche Abstand scheinbar inzwischen groß genug ist, dass ich doch wieder eine Frau sein möchte. Dass ich doch wieder einen Mann berühren möchte. Und berührt werden. Und das ist der Teil, der nicht geheilt ist. Ich funktioniere im normalen Leben auf Distanz gut. Sobald ich jemanden näherkommen lasse, beiße ich im nächsten Schritt zu. So wird das nix. Das muss weg. Oder es bleibt, aber dann muss ich mich damit abfinden und es nicht versuchen. Die Zwischenform ist anstrengend und macht mich traurig. Mich und andere.

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